Einführung

Die Wort-/Bildmarke »Mensch ärgere Dich nicht« gehört zu den 100 bekanntesten Marken Deutschlands (Deutsche Standards).

Viele Unternehmen haben sich der Marke »Mensch ärgere Dich nicht« bedient, um ihren Anspruch zu transportieren. Ob Fluglinie, bei der man sich nicht über Verspätungen ärgern soll, oder Autovermieter, der jeden Ärger schnell vergessen lässt - das positive Image dieser Marke lässt sich vielfältig nutzen.

»Ein weises Spiel, ein erzieherisches Spiel, bei dem man sehr gut verlieren lernen kann.«, sagte Heinz Rühmann im Filmklassiker »Herrliche Zeiten« (1950). Und recht hat er. Der Spiegel schrieb 1987: »Populärstes Spiel der Nation« - Ein Ausspruch, den man bei über 60.000.000 verkauften Spielen glauben kann.

Seit nunmehr über 100 Jahren wird in deutschen Haushalten gewürfelt. Spaß haben und trotzdem ärgern und geärgert werden - diese scheinbar widersprüchliche Mischung ist es, die »Mensch ärgere Dich nicht« zum Spiel der Spiele schlechthin werden ließ. Mittlerweile gibt es viele Versionen und Darstellungen dieses beliebten Einfachspiels. Das Urspiel ist jedoch fast unverändert, weil die optische Botschaft des ursprünglichen, klaren Designs am besten die Werte dieses Spiels repräsentiert.

© Schmidt Spiele

Kurzhistorie

Der Siegeszug dieses berühmten Bestsellers startete vor über 100 Jahren in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs. Den Weg dorthin hatte das Spiel mit den bunten Holzkegeln aus den Lazaretten gefunden, an die der Münchner Josef Friedrich Schmidt 1914 eine erste Auflage von 3.000 Exemplaren seiner Erfindung verschenkte.

Als die deutschen Landser nach Kriegsende endlich zu Hause ihre Tornister in die Ecke stellten und auspacken durften, steckte darin neben vielen Erinnerungen eben auch "Mensch ärgere Dich nicht", das fortan in den Familien von der Nordsee bis zum Bodensee mit temporeichem Vorrücken, schadenfrohem Blockieren und mitleidslosem Rausschmeißen für fröhliche Spielerunden sorgte. Sehr zur Freude des Josef Friedrich Schmidt, der zum angesehenen Besitzer eines kleinen Spieleverlags avancierte: Denn nur zwei Jahre nach Beendigung des Ersten Weltkriegs blickte der düstere Herr bereits von mehr als einer Million roter Kartons in die Wohnzimmer der Deutschen.

Bis heute dürften nahezu 75 Millionen Exemplare dieses Spiels, das für viele der Inbegriff des Gesellschaftsspiels und für die meisten "Einstiegsdroge" in die vergnüglich-kurzweilige Spielewelt ist, den Besitzer gewechselt haben. Fast ein ganzes Jahrhundert hat sich "Mensch ärgere Dich nicht" in die Herzen der großen und kleinen Spielefans gespielt. Daran wird sich - trotz Video- und PC-Games-Verlockungen - nichts ändern.

Im Gegenteil! 2006 wurde dieser Spielspaß als erfolgreichstes deutschsprachiges Handy-Downloadspiel ausgezeichnet. Der Evergreen im roten Packungskleid der in München erfunden und seit vielen Jahren in Berlin verlegt wird, ist vital wie eh und je. Im Programm des Schmidt Spiele-Verlags ist der "Senior" ein großes Vorbild für seine Nachfolger: Sie alle sollen jenen großen Spaß am Spielen bringen, den der Jubilar auch heute noch garantiert.